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Mein Werdegang

Wie alles begann

Nach Grund und Realschule entschied ich mich Erzieherin zu werden, ich wollte auf keinen Fall irgendwo arbeiten, wo ich meinen Aufenthalt gar nicht bestimmen konnte. Als solche arbeitete ich in verschiedenen Institutionen und mit Säuglingen bis zu Teenagern.

Mit der Hoffnung, etwas mehr beeinflussen zu können, studierte ich Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Gemeinwesenarbeit. Das Studium wurde begleitet von einem Projekt im Stadtteil St. Pauli. Meine Zielgruppe waren dort Prostituierte vom Straßenstrich.
Dann leitete ich fast 10 Jahre am Osdorfer Born einem Aktivspielplatz (ASP) und genoss es, das da so viel erlaubt war. In der Zeit bekam ich auch meine Tochter, um die sich überwiegend ihr Vater kümmerte.

Neue Wege mit Frau und Arbeit e.V.

Aus politischen Gründen wurde der ASP geschlossen und ich landete in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM), angesiedelt bei Arbeitsamt. Hier wurde ich entsprechend geschult und sollte Jungerwachsene in ABM vermitteln und neue ABM-Maßnahmen konzipieren.
In dieser Funktion entwickelte ich mit Frau und Arbeit e.V. (FuA) das Projekt „Berufliche Autonomie für Frauen“ (BAFF). Ein Zweite-Schwelle-Projekt für Handwerkerinnen mit männlich dominierten Berufsausbildungen. Sie konnten bei BAFF ihre Gesellinnenjahre absolvieren um zu Meisterschaft zu gelangen.

Als bei Frau und Arbeit ein neues Projekt zur beruflichen Orientierung für Frauen startete, auch auf ABM Basis, war ich dabei. Wir entwickelten einen Langzeitkurs und die Teilnehmerinnen suchten größtenteils den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben.
Nach einiger Zeit übernahm ich bei FuA den Bereich „gründen und unternehmen“. Seither sind Gründerinnen und Unternehmerinnen bis heute meine Zielgruppe.

Als die Pferde in mein Leben kamen

Neben der neuen Tätigkeit ließ ich mich zur Supervisorin ausbilden und startete die ersten Jahresgruppen für Frauen.
Mein geschenktes Fortbildungsgeld nutzte ich, um mir meinen ersten Araber zu kaufen. Den musste ich von da an auch unterhalten und begann nebenberuflich als Supervisorin zu arbeiten. Unsere angestellten Stellen bei FuA konnten wir durch einen Haushaltstitel absichern und dort verbrachte ich immer mindestens 30 Stunden in der Woche. Meine Tochter bekam gleichzeitig mit 11 Jahren auch ihre erste Araber-Stute, finanziert von Oma, Opa und Papa.

Für Frau und Arbeit e.V. entwickelt und leitete ich zwei EU Projekte. „Beruf: Unternehmerinnen“ für Frauen, die schon länger im Geschäft waren und „frei und profi“  für Frauen die im Gründungsprozess standen. In der Langzeitgruppen gab es monatlich Gruppensupervision bei mir, Einzelsupervision bei unterschiedlichen Expertinnen, Zielfindung, Zwischen- und Endauswertung und Planung der weiterführenden Ziele.

In der Zeit wurde Qualitätssicherung ein Thema für Non-Profit-Unternehmen. Ich wurde die FuA Qualitätsbeauftragte und sicherte diese über mehrere Jahre, auch unterstützt durch ein Projekt mit 24 anderen Bildungsträgern.
Nebenbei ließ ich mich zur Auditorin für Bildungsinstitutionen fortbilden und nutzte diese Qualifikation auch für die Arbeit mit den Unternehmerinnen und Gründerinnen.

Nachdem meine Tochter, meine Nichte und ich vertrauter mit unseren drei schwarzen Arabern geworden waren, erwarben wir unserem eigenen Stall, um die Pferde pferdegerecht zu halten. Von Anfang an waren wir in die Qualitätskriterien der Laufstall Arbeitsgemeinschaft (LAG) eingebunden und arbeiteten uns hoch bis auf sieben goldene Sterne – besser geht’s nicht.
Da ich enorm viel durch mein nicht einfachen anfänglichen Hengst und späteren Wallach gelernt habe, begann ich die ehrlichen Rückmeldungen der drei Pferde auch für Gründerinnen und Unternehmerinnen zu nutzen. In Workshops ging es ums bemerkt werden bis hin zu Leitung übernehmen. Die Pferde reagieren auf die Haltung, das Auftreten in jeder Hinsicht – ihr Feedback nutzt auch für den Umgang mit Menschen.

Neue Perspektiven

Als Frau und Arbeit e.V. der Haushaltstitel genommen wurde, trennten wir vier Bereichsleiterinnen uns und ich blieb, um das EU Projekt „frei und profi“ in meinem Bereich und „Cybille“ IT Know How für Frauen zu Ende zu führen. Dann kamen unsere Vorstandsfrau und ich als Geschäftsführerin ins Rentenalter und lösten den Verein Frau und Arbeit auf. FuA bestand weiterhin als Zusammenschluss von Einzelunternehmerinnen.

Die Pferde und der Aufenthalt in der Natur weckten neue Interessen in mir. Zu Anfang meiner Pferdekarriere hatte ich eine Ausbildung zur Feldenkrais Reitlehrerin gemacht. Jetzt folgte Tierkommunikation, Tierheilerin, Life Coach –magisch und letztendlich eine schamanische Ausbildung immer über mehrere Monate am Wochenende bei Maren Oldag.

Ich vertrat auch weiterhin als Regionalvertretung die „bundesweiten gründerinnenagentur“ für das Bundesland Hamburg. Für diesen Titel hatten wir uns
vor Jahren beworben und ihn erhalten. Wir zeigen mit von Bundesministerien geförderten Projekten auf, wie Frauen als Wirtschaftsfaktor in der Selbstständigkeit agieren können und wie potentielle Gründerinnen anzusprechen sind. Wir stellen Gründerinnen und Unternehmerinnen ins Licht der Öffentlichkeit und verstehen uns mit unseren Vertreterinnen aus jedem Bundesland als Think Tank für Politik und Multiplikatorinnen. Da ich zwar immer noch gerne selbstständig agierte, suchte ich doch für die bga-Vertretung und Frau und Arbeit eine Nachfolge. Zwei lange, auch extern unterstützte Nachfolgeprozesse scheiterten. Jetzt jedoch gibt es eine Wende. Frau und Arbeit Hamburg e.V. ist neu gegründet und Stefanie Wilkens die Vorstandsfrau. In ihre Hände gebe ich die Regionalvertretung und den Verein langsam aber sicher ab.

Inzwischen bin ich 75 Jahre alt und die ersten beiden Pferde von meiner Tochter und mir sind mit 29 und 30 Jahren gegangen. Meine Tochter hat, sobald sie selber Geld verdiente, sich ein Fohlen aus ihrer Stute gezogen. Ich habe mir im Jahr 2000, in Anbetracht meines Alters, einen 17 jährigen Araber-Wallach gekauft und in unserem Stall laufen jetzt, neben einer junge Araberstute und einem sehr netten Quarter, insgesamt vier Pferde.

Mein Freund und Mann ist leider nach 50-jähriger Beziehung 1999 in Kanada gestorben. Seinetwegen haben meine Tochter und ich Pferde. Denn er wollte nie Tiere in der Wohnung haben. Nach seinem Tod kaufte ich mir zunächst eine Zwitscherbox, der freundliche Empfang reichte aber nicht. Es folgte kurz darauf ein kleiner Hund, auch der zweite. (Meinen ersten Hund holte ich mir, als ich zuhause auszog. In einer Kommune in Wentorf fand ich die richtigen Bedingungen, um mir meinen ewigen Kinderwunsch zu erfüllen.)

Jetzt habe ich eine tierbegeisterte erwachsene Tochter. In unserem Stall laufen unsere zwei Pferde und unsere zwei Kater im Rosengarten und bei mir zu Hause in Ottensen lebt meine Bolonka-Hündin. An jedem zweiten Tag und im Urlaub sind wir im Stall und in meinem schönen Bauwagen.

In meinem Leben habe ich viel erfahren und gelernt und will dies gerne teilen. Deshalb gibt es Angebote von mir im Rosengarten bzw. in den Harburger Bergen und in Ottensen. Ich lasse das unterschiedliche Wissen und meine Erfahrungen in diese Angebote einfließen. Damit werde ich meiner Lebensaufgabe – andere voranzubringen – gerecht.

go@gilaotto.net
0151 25 22 29 18

Behringstraße 5
22765 Hamburg